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Bericht einer

Patenschaft

(in Tedesco)

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Bulletin Maggio 2018

 

 

Giornate di visita

1o Sabato del mese

15:00 h

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Giornata Porte Aperte

Domenica 8 sett. 2019

10:00-16:00 h

foto 2018

 

Scuola (in tedesco)
Cani d'assistenza (in tedesco)
Cani d’accompagnamento per bambini con autismo (in tedesco)

Bericht einer Patenschaft: Unser Jahr mit Patch (in Tedesco)
 

Photos

Eigentlich wollte mein Mann keinen Hund – aber mein Wunsch war so gross, dass wir uns auf die Suche nach einer guten Lösung machten. Von Hundespazierdienst, zur Nachbarhilfe… aber nichts überzeugte mich. Da las ich eine Anzeige, dass in der Blindenführhundeschule Allschwil Paten für Welpen gebraucht werden. So setzten wir uns vor den Compi und informierten uns, was das alles mit sich bringt. Was wir da lasen überzeugte. Wir telefonierten mit der Schule und äusserten unseren Wunsch. Drei Tage später hielten wir ein Bewerbungsformular in der Hand, welches wir ausfüllen mussten und an einem der nächsten Besuchs-Samstage mitbringen sollten. Gesagt getan. Am 5.6.10 waren wir an einem solchen Besuchstag und waren begeistert. Wir gaben die Unterlagen ab. Ein Mitarbeiter der Schule sagte uns aber noch, dass es bis zu einem Jahr dauern könne, bis wir einen Hund erhalten. Naja… ich war das Warten ja gewohnt. Es vergingen keine zwei Wochen, da meldete sich Peter Steinkellner bei uns und fragte, ob wir bereit wären für ein eingehenderes Gespräch, in dem weitere Details ge- und erklärt würden. Dieses Gespräch war auch nötig. Bis dahin hatten sich schon viele Fragen angesammelt… Etwa eine Woche nach diesem Besuch wieder eine Überraschung – wieder Peter – ob wir uns alles überlegt hätten. Wir bejahten. Dann seine Frage: Möchtet ihr per 15.9.10 einen kleinen Rüden übernehmen? Er sei schwarz und heisse Patch. Ich war platt und wusste im ersten Moment gar nicht was sagen. Am Abend gab es Familienrat – wir waren uns einig: Patch wird unser neues Familienmitglied.

 

Es begann eine spannende Zeit. Wir lasen die Broschüre und schauten einen Film - beides erhielten wir von der Schule - ich besuchte einen Welpenprägungskurs, damit ich wusste, was auf mich zukommen würde. Dann kam der lang ersehnte ganztägige Infotag in Allschwil. Ich lernte alle anderen Patenfamilien des Wurfes kennen, wir erhielten den Impfausweis, die grosse, bekannte Plakette des Hundes, ein GA für den Hund, den ersten Sack Futter, eine Box mit Spielzeug, Pfeife und vielen anderen nützlichen Sachen und zu guter Letzt ganz viele wichtige Infos. Mit einem brummenden Kopf, aber megaglücklich, ging ich an diesem Abend nach hause. Noch 10 Tage warten: dann ist es soweit!

 

Der 15.9.10, 10h – elf aufgeregte Paten mit ihren Begleitern warteten vor der Schule. Der grosse Tag für uns und die kleinen Hunde war da. Zuerst erhielten wir nochmals die wichtigsten Informationen für die ersten Tage mit auf den Weg. Dann, der grosse Moment! Rita und Jenny gaben einen Welpen nach dem anderen dem zugeteilten Paten. Plötzlich hielt ich unseren Patch im Arm und durfte ihm sein Halsband anziehen. Es war sehr aufregend. Die Hunde schnüffelten an uns und erkundeten fröhlich die Umgebung. Gemeinsam gingen wir zum Parkplatz, wo die kleinen Hunde auf dem Schoss in ihre neue Heimat gefahren wurden.

 

Zuhause halfen wir Patch, sein neues Heim kennen zu lernen. In den folgenden Tagen änderte sich vieles für mich, uns und den Hund. Alle zwei Stunden, ich stellte mir den Wecker, ging ich mit ihm ans Trottoirrändli zum Stacca (versäubern) machen. Das Futter durfte er erst nehmen, wenn er brav im Sed (sitzen) gewartet hat und ich gepfiffen habe. Uff, das war in den ersten Tagen echt schwierig! Als uns aber nach zehn Tagen Jenny, unsere Betreuerin, besuchte, konnte das Patch schon sehr gut. Trotzdem war ich nervös. War Patch doch unser erster Hund und ich wollte alles richtig machen. Doch alles war, wie es sein musste. Patch und ich bekamen weitere Aufgaben. Tramfahren, Stadttraining, einfache Besorgungen im nahen Quartierladen etc. So ging das weiter. Etwa alle vier Wochen kam Jenny und beurteilte die Fortschritte. Als Patch fünf Monate alt wurde, konnte er schon super an der Leine laufen. Piede, a terra, sed, resta, libera, apport, dai… waren für ihn längst Routine.

 

Jetzt kam wieder etwas ganz Neues – Patch hatte das erste Mal sein Trainingsführgeschirr an. Jenny zeigte mir ganz genau, wie ich ihn führen soll und motivieren kann, damit er es mit Freude macht. Von da an ging ich zwei Mal pro Woche Führgeschirrtraining machen. Zuerst im Quartier und dann immer an anderen einfachen Orten. Er musste wieder neue Befehle lernen, die nur im Geschirr galten.

 

Als er etwa sechs Monate alt war, hatten wir das erste Junghundetraining in Allschwil. Wieder so ein toller Tag, wo ich alle anderen Paten traf und auch Patch seine Wurfgeschwister wieder sah. Sie durften spielen und herumtollen. Aber es wurde auch unser Können mit den Hunden abgefragt. Sie mussten apportieren, auf Pfiff kommen, Vertrauensübungen machen etc. Vor dem Mittag mussten wir die Hunde säubern, dann ging es mit einem Bus nach Allschwil in ein schönes Restaurant. Ich hatte meine Zweifel: Elf junge Hunde und zwei Tische…. Aber alle waren so müde vom Vormittag, dass man nicht einen Pips hörte. So genossen wir das gute Essen in Ruhe. Nach dieser Stärkung ging es in Allschwil weiter mit dem Kurs. Wir durften beweisen, was wir mit unseren Hunden im Führgeschirr schon konnten. Jenny leitete Patch und mich quer durch das Dorf. Zebra, passare, brava und vai waren die häufigsten Befehle… Er machte eine gute Arbeit und wir erhielten grosses Lob. Ab sofort durften wir weitere Hörzeichen üben. Mit dieser Aufgabe wurden wir entlassen.

 

Es folgten weitere Besuche und Trainings in der Schule. Patch entwickelte sich super. Er arbeitete mit viel Freude und war immer bei der Sache. Mit einem Jahr mussten wir Patch röntgen und kastrieren lassen. Auch hier lief alles reibungslos. Nach einer kurzen Genesungspause war er wieder der Alte und freute sich immer, wenn ich das Trainingsgeschirr umhängte. Unterdessen konnte ich ihm beinahe blind vertrauen… dann kam eines Tages ein Anruf von Jenny! Es war ein Freitag… Sie informierte mich, dass sie im Moment nur einen Hund habe und wenn ich bereit wäre, gerne Patch zu sich nehmen würde für die Ausbildung. Ui. Das ging aber schnell – schon ein paar Tage später sass ich in einem Café in Allschwil und übergab unseren Patch. Der freute sich riesig, als Jenny mit ihm zum Auto ging und davonfuhr.

Zwei Wochen später erhielt ich ein SMS von Patch, ob er und sein neuer Freund Jackson für ein Wochenende zu uns kommen dürfen. Gerne sagten wir zu. Wir genossen so noch ein paar tolle Wochenenden miteinander. Im Februar 2012 durfte er sogar zwei Wochen zu uns in die Ferien kommen.

 

Dann machte er im März 2012 die Prüfung zum Blindenführhund und bestand!

 

Wir wurden von Jenny eingeladen in die Stadt zu kommen, damit sie uns zeigen kann, wie Patch jetzt nach der Ausbildung arbeitet. Stolz präsentierte er uns, was er konnte. Auch wir waren stolz. War es doch auch für uns ein gutes Stück Arbeit gewesen bis zur Abgabe. Heute arbeitet Patch bei einer blinden Frau in Deutschland und sie ist sehr glücklich mit ihm.

 

Und wir…? Wir haben einen neuen Patenhund – Er heisst Malek.