Blindenführhunde im Einsatz
Bis sich ein sehbehinderter Mensch mit seinem Führhund sicher und zügig fortbewegen kann, ist ein langer Weg zu gehen. Die gute Ausbildung des Hundes ist nur ein Teil der Wegstrecke; die
individuelle, massgeschneiderte Einarbeitung des Sehbehinderten und die Zuteilung des am besten passenden Hundes sind ebenso wichtige weitere Schritte.
Seitens des Sehbehinderten sind
eine gute Orientierung, Ortskenntnisse, körperliche Fitness und das Verständnis für die Eigenschaften und Bedürfnisse des Hundes notwendig. Während eines mehrtägigen Informationskurses für
potentielle Führhundehalter vermittelt die Schule den interessierten Sehbehinderten Informationen wie die Grundlagen der Hundehaltung, Möglichkeiten und Grenzen des Führhundes, Pflege und
Fütterung sowie Anatomie und Krankheiten des Hundes. Zudem lernen die Kursteilnehmer verschiedene Führhunde kennen und haben Gelegenheit, die ersten Gehversuche mit einem Hund im Führgeschirr
zu machen. Kursziel ist es, alle wichtigen Informationen zu vermitteln für die Entscheidung, ob ein Führhund für die betreffende Person das Richtige ist. Im Gegenzug erhalten die Ausbilder
wertvolle Informationen betreffend Bedürfnisse und Lebenssituation des Sehbehinderten, die für die Auswahl des passenden Hundes entscheidend sind. Top
Hund und Mensch sind ein Team
Die Sehbehinderten werden in einem mehrwöchigen Einführungslehrgang an ihrem Wohnort im Umgang mit dem Führhund geschult. Die erste Woche der
Einführung dient dem Aufbau der Beziehung zwischen dem Führhund und seinem neuen Halter sowie dem gemeinsamen Erkunden der für den Hund neuen Umgebung. In der zweiten Wochen folgen die Arbeit
im Führgeschirr und das Einüben der wichtigen Wege. Der Hund ist für den Sehbehinderten eine wunderbare Mobilitätshilfe, er ist jedoch kein Wunderwesen! Verschiedene Faktoren wie
übermässiger Lärm, starke Gerüche, Ablenkung durch andere Tiere oder durch Menschen, die den Hund beobachten, ansprechen oder füttern, können die Führarbeit beeinträchtigen. Auch die
Wetterverhältnisse können eine Rolle spielen: Bei starker Hitze ist der Hund nicht motiviert, vereiste Wege verunsichern den Halter, Schnee bedeckt den Fussgängerstreifen, heftiger Regen,
Nebel oder Sturm können das Gespann in seiner Konzentration stören. Dazu kommt jeweils die momentane Verfassung des Halters und diejenige des Hundes, die sich unbewusst gegenseitig
beeinflussen.
Die Arbeit eines Blindenführhundes ist anspruchsvoll und fordert eine hohe Konzentration, auch seitens seines Halters. Ob der Hund eine gute Führarbeit leisten kann,
hängt im grossen Masse auch von seinem sehbehinderten Halter ab. Er übernimmt in diesem Team die führende Rolle; durch seine konsequente und gerechte Haltung wird der Hund bestärkt und
gewinnt an Sicherheit. Als Team sind sie eine unzertrennliche Einheit, die zu Höchstleistung fähig ist.
Die gesteigerte Mobilität des Sehbehinderten ist jedoch nicht der einzige
Aspekt dieser einzigartigen Symbiose: Ein Blindenführhund ist mehr als ein "Hilfsmittel", er ist ein Kamerad, ein Freund, ein Lebensgefährte. Und ein Brückenbauer, der unsichtbare
aber stabile Fäden spinnt zwischen Sehbehinderten und ihrer Umwelt. Beide, Mensch und Hund, sind zu bewundern: ihnen gebührt unser ganzer Respekt und grösste Hochachtung. Top
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