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Bulletin Mai 2017

 

 

PET Recycling Zertifikat 2016

Unsere Schule hat letztes Jahr 129 kg PET-Getränkeflaschen gesammelt!

 

Ein starkes Team

Artikel aus dem

Magazin HUNDE

über Luca und seine Assistenzhündin Glenny

 

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Fragen und Antworten: Führhunde

Wie ist der Ablauf, wenn sich eine sehbehinderte Person für einen Blindenführhund interessiert?

Der Sehbehinderte vereinbart einen Termin für ein persönliches Gespräch in der Schule. Nach diesem ersten Treffen erfolgt für alle Interessierten, welche die Grundvoraussetzungen erfüllen, die Teilnahme an einem 3-tägigen Informationskurs. In diesem Kurs haben die Teilnehmer die Möglichkeit, verschiedene Hunde kennen zu lernen und zu entscheiden, ob ein Führhund für sie das richtige Hilfsmittel ist. Für uns ist es die Gelegenheit, die Interessenten besser kennen zu lernen, was uns bei der Wahl des passenden Führhundes hilft. Als nächstes folgt die Wohnortsabklärung. Bei dieser Abklärung werden die Bedingungen am Wohnort und eventuell am Arbeitsort abgeklärt. Dies tun wir, um eine möglichst gute Hundezuteilung zu gewährleisten, aber auch um praktische Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel: «Wo schläft der Hund» oder «Wo kann man spazieren gehen?».

Wie viel kostet ein Blindenführhund?

Die Gesamtkosten für einen Blindenführhund belaufen sich auf ca. CHF 65'000. Der Sehbehinderte bekommt den Hund aber kostenlos. Die Kosten werden zum Teil von der Eidgenössischen Invalidenversicherung und – dank grosszügigen Spendern – von unserer Stiftung getragen.

Wie werden die Führhunde finanziert?

Die Führhunde werden von der Eidgenössischen Invalidenversicherung «gemietet». Diese zahlt der Schule einen monatlichen Beitrag von CHF 350.00 für jeden im Einsatz stehenden Führhund. Die übrigen Kosten werden von der Stiftung getragen. Diese finanziert sich aus Spenden und Legaten von Privatpersonen und durch den Verkauf von Werbeartikeln.

Weshalb sind alle Führhunde kastriert?

Grundsätzlich sind kastrierte Hunde leichter zu führen. Die Läufigkeit bei den Weibchen und das Konkurrenzverhalten unter unkastrierten Rüden könnten sich negativ auf die Führarbeit auswirken. Die läufige Hündin könnte von den Rüden belästigt werden und die Rüden könnten von anderen Rüden angegriffen werden oder ausreissen, wenn sie eine läufige Hündin wittern. In solchen Situationen wäre es den Hunden nicht möglich, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren.

Ist es nicht hart, die Hunde die man lieb gewonnnen hat, wieder abzugeben?

Ja und nein. Normalerweise betreut ein Instruktor seine Hunde das ganze Leben lang. So geht der Kontakt eigentlich nie ganz verloren. Zudem ist es für alle Instruktoren natürlich die schönste Bestätigung zu sehen, dass die Hunde im Einsatz gute Arbeit leisten und gleichzeitig in einer harmonischen Beziehung zu ihrem Führhundehalter stehen.

Wie schnell merkt man, dass sich ein Hund nicht ausbilden lässt?

Je nach Hund und je nach Problem oder Schwierigkeit, die zum Ausscheiden führen kann, vergehen bis zu einem Entscheid einige Wochen oder gar einige Monate. Wenn es sich um gesundheitliche Gründe oder um Schussangst handelt, lässt sich das schnell feststellen.

Warum werden in Allschwil nur Labrador Retriever ausgebildet? Werden auch andere Rassen ausgebildet?

Grundsätzlich lassen sich viele andere Rassen und natürlich auch Mischlinge ausbilden. Sicherlich wichtig ist, dass es sich um eine mittelgrosse Hunderasse handelt, welche viel Arbeitsfreude mitbringt. Neben dem Labrador sieht man auch verschiedene Schäferhunderassen, Golden Retriever, Airedale Terrier oder Königspudel im Einsatz als Blindenführhunde.

 

Der Labrador ist ein robuster und pflegeleichter Hund. Neben seiner Arbeitsfreude ist er auch sehr selbstständig, freundlich zu Menschen und Artgenossen und sehr anpassungsfähig. Diese positiven Eigenschaften sind sicher der Hauptgrund, weshalb etwa 80% aller Blindenführhunde weltweit Labrador Retriever sind.

Müssen die Hunde oft alleine sein? Wieso werden die Hunde in der Schule in Boxen gehalten? Schadet das den Hunden nicht?

Es ist uns ein Anliegen, dass die Hunde wenig Zeit alleine oder unbeschäftigt verbringen. Der Hund ist ein Rudeltier und braucht den Kontakt zu seinen Artgenossen und zum Menschen. Die Hunde sind immer zu zweit in einer Box. Ist der Instruktor abwesend – für Nachbetreuungen, Einführungen, wegen Krankheit oder Ferien – und kann demzufolge nicht mit seinen Hunden arbeiten, haben wir ein spezielles Programm zusammengestellt, bei dem die Hunde individuell und nach ihren Bedürfnissen von einem Hundebetreuer beschäftigt werden.

Wie lange wird während der Ausbildung gearbeitet?

Je nach Ausbildungsstand des Hundes geht das täglich von wenigen Minuten bis zu einer Stunde Führarbeit am Stück. Während der Ausbildung legen die Instruktoren besonderes Augenmerk auf die emotionale Verfassung der Hunde und richten die Ausbildungslektionen auch teilweise danach.

Was sind die häufigsten Ausfallgründe?

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum sich ein Hund nicht zur Ausbildung eignet. Gesundheitliche Gründe, mangelnde Belastbarkeit, mangelnde Arbeits- und Zugfreude und optische oder akustische Unsicherheit sind dabei die häufigsten.

Wieso sind die Hörzeichen auf Italienisch?

Für die etwas mehr als 30 Hörzeichen eignet sich die Italienische Sprache sehr gut, da in ihr viel häufiger Vokale vorkommen als im Deutsch. So kann der Hund die verschiedenen Hörzeichen besser unterscheiden. In anderen Schulen sind die Hörzeichen meistens in der Landessprache.

Wie lange dauert die Ausbildung?

In der Regel dauert die Ausbildung 6 bis 9 Monate. Wenn der Instruktor während der Ausbildungszeit viele Unterbrüche machen muss (Ferien, Einführungen, Krankheit Hund oder Instruktor), kann sich die gesamte Ausbildungszeit verlängern.

Was eignet sich besser, Rüde oder Hündin? Was sind die Unterschiede?

Bei der Ausbildung gibt es keine Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen. Die Unterschiede liegen mehr bei jedem einzelnen Hund und haben nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Ist der Instruktorberuf eine 100% Stelle? Macht man für diesen Beruf eine Ausbildung? Welche Berufe übten die Instruktoren aus, bevor sie in der Blindenhundeschule arbeiteten?

Die Instruktoren arbeiten in der Regel vollamtlich. Die Ausbildung besteht aus einer dreijährigen Lehre in der Schule. Der Beruf ist eidgenössisch anerkannt. Nach Abschluss der Lehre und bei bestandener Prüfung erhält der Instruktor ein eidgenössisches Diplom.

 

Das Aufgabengebiet des Instruktors ist sehr breit gefächert. Dementsprechend können verschiedene Herkunftsberufe sinnvoll sein.

Welche sind die Voraussetzungen, um den Beruf des Instruktors zu erlernen?

  • gute Gesundheit und robuste körperliche Verfassung
  • soziales Engagement, Tierliebe und Verständnis für das Wesen des Tieres
  • Offenheit und Kontaktfreudigkeit, Teamfähigkeit und Selbständigkeit
  • Begeisterungsfähigkeit und Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein
  • Sprachen: Deutsch und Französisch
  • psychische Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen
  • gute Schul- und Allgemeinbildung, gute Umgangsformen
  • abgeschlossene Berufslehre mit Weiterbildung auf tertiärem Niveau (abgeschlossene höhere Fach- oder Berufsprüfung, bzw. eine gleichwertige Ausbildung) sowie einige Jahre Praxis
  • Alter : 22-35 Jahre
  • Ausweis für Motorfahrzeuge Kat. B

Bildet ein Instruktor mehrere Hunde gleichzeitig aus?

Ein Instruktor arbeitet mit 3 Hunden. Er arbeitet jeweils mit jedem Hund einzeln und passt die Zeit den Bedürfnissen und dem Ausbildungsstand des Hundes an.

Mussten schon Einführungen abgebrochen und Führhunde zurückgenommen werden, weil Führhund und Halter nicht zusammenpassten?

Mit dem ersten Besuch in der Schule, dem Infokurs und der Wohnortsabklärung gelingt es uns in der grossen Mehrheit der Fälle eine Zuteilung vorzunehmen, die alle Beteiligten zufrieden stellt. Ausnahmesituationen sind jedoch auch durch genaueste Abklärungen nicht auszuschliessen.

Wie weiss der Führhund, wohin die sehbehinderte Person will?

Der Führhund weiss nicht, wohin die sehbehinderte Person will. Diese muss dem Hund durch Hörzeichen mitteilen, in welche Richtung sie gehen will. Also muss der Führhundehalter einen «Ortsplan» jeweils im Kopf haben.

Was ist das Schwierigste an der Führarbeit?

Das Erkennen von Höhenhindernissen und das Ausweichen von Personen sind wohl die schwierigsten Aufgaben für einen Führhund. Wenn Passanten oder andere Hunde den Führhund ablenken, ist es für den Hund schwierig sich zu konzentrieren.

Wie lange am Stück kann ein Führhund führen/arbeiten?

Ein routinierter Führhund kann gut eine Stunde am Stück führen. Dies hängt aber immer von der Schwierigkeit der Strecke und vom Hund ab.

Woran erkennt man, dass der Sehbehinderte und der Führhund gut zueinander passen?

Hund und Mensch müssen im Charakter und Temperament zusammen passen. Ein sehr aktiver Mensch braucht einen belastbaren, lebhaften Hund. Ein ruhiger Mensch, der in einem Büro arbeitet, braucht einen Hund, der auch mal 3 Stunden ruhig unter dem Schreibtisch liegen kann.

Wie sieht die Auslauf-/Freilauf–Möglichkeit beim Sehbehinderten aus?

Auch der Führhund braucht seine Freizeit. Wir empfehlen mindestens ein Mal am Tag einen Spaziergang von einer Stunde und mindestens vier zusätzliche Versäuberungsausgänge à ca. 15 Minuten. Schon während der Einführung wird der Instruktor mit dem Führhundehalter auch Orte für den Freilauf des Hundes auskundschaften.

Wählen die Blinden den Führhund aus?

Die Schule wählt den passendsten Hund aus. Hat man mehrere Hunde zur Verfügung, die sich gleich gut eignen würden, wird dem Sehbehinderten die Wahl gelassen.

Was sind die Vorteile einer Einführung am Wohnort?

Bei einer Einführung am Wohnort kann der Instruktor schwierige Situationen mit dem Gespann an Ort und Stelle erarbeiten, die besten Wege aussuchen und auch die Wege zum Freilaufen des Hundes bereits auskundschaften.

Was geschieht mit den Führhunden, wenn sie zu alt sind, um zu arbeiten oder sonst nicht mehr führen können?

Führhunde, die aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen nicht mehr führen können, werden «pensioniert». Die Schule nimmt dann den Hund zurück, im Einverständnis mit dem Sehbehinderten, und platziert ihn in eine geeignete Familie, wo er bleiben wird, solange er ein lebenswertes Hundeleben geniessen kann. Der pensionierte Führhund kann aber auch beim Führhundehalter bleiben, jedoch ohne Führarbeit.

Was passiert mit dem Führhund, wenn der Führhundehalter stirbt? Wird der Führhund wieder eingesetzt?

Ist der Hund jünger als fünf Jahre, wird er bei einem anderen Sehbehinderten platziert, wenn es sein Zustand erlaubt. Ist er älter, wird er frühzeitig pensioniert.